Staatsform: Postdemokratische Industriediktatur

oder: Wohin der Hase läuft


Traktorsitzverordnung Konstanzprüfung Überwachungsstaat und ELGA
Sterilisatoren Nadelstichverordnung und Laser Energiesparlampen
Gesundheitsfunktionäre statt Ärzten

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Wohin der Hase läuft hat sich schon früh gezeigt: die unselige Rechtschreibreform des Jahres 1996 hat beispielhaft die Mechanismen gezeigt nach denen heutzutage Gesetze und Regeln entstehen.

70 Prozent der Bevölkerung haben sich bei Umfragen GEGEN die Rechtschreibreform ausgesprochen und wollten die alte Art der Rechtschreibung beibehalten. Der Dudenverlag hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder schrittweise und behutsam die Rechtschreibung an den sich langsam verändernden Sprachgebrauch in den deutschsprachigen Gebieten angepaßt. Das war billig und unspektakulär - und was im Duden stand galt nach allgemeinem Brauch als die aktuell gültige Rechtschreibung. In jedem Land mit einem einigermaßen intakten demokratischen Selbstverständnis wäre diese eindeutige Willensäußerung der Bevölkerungsmehrheit von den Entscheidungsträgern respektiert worden und man hätte von den unerwünschten Änderungen Abstand genommen.

bücher Nun gibt es aber die Stiftung der Verlegerfamilie Bertelsmann, die in Deutschland großen politischen Einfluß hat, und die über wirkungsvolle Verbindungen zu den Mächtigen im Lande verfügt. Die alte, schon von den Römern formulierte Frage: "Cui bono??" - also: "Wem nützt es??" führt in dieser Sache auf die richtige Spur. Mit einer abrupten Änderung der Rechtschreibung, also einer Rechtschreibreform, ließ sich 1996 hervorragend Geld verdienen. An einer langsamen, harmonischen Entwicklung hatten die einschlägigen Verlage kein Interesse, weil niemand gezwungen worden wäre sich neue Wörterbücher und Lexika anzuschaffen. Die letzte Chance mit gedruckten Lexika Geld zu verdienen bevor das Internet die alten Nachschlagewerke ablöst, die haben sich die Verlage nicht entgehen lassen.

Man hat durch die Rechtschreibreform die deutsche Rechtschreibung auf Jahrzehnte hinaus nachhaltig gestört und durcheinandergebracht. Zu Recht weigern sich viele Bürger, die in der Schule jahrelang brav die Rechtschreibung erlernt haben, nun Kurse zu besuchen und viele Stunden ihrer wertvollen Lebenszeit nur dafür zu opfern, daß sich die einschlägigen Verlage auf politischem Weg ein Zusatzgeschäft verschafft haben.

Und das zeigt nun die Richtung in die der Hase läuft: die Politiker vom alten Schlag, denen vorrangig das Wohl der Gemeinschaft und des Staates am Herzen liegt, die sterben aus. Lobbyismus ist das Schlagwort der Zeit. - Interessierte Firmen und Konzerne lassen sich von der Politik die Gesetze machen die sie brauchen um ihre Geschäfte zu machen und die Konkurrenz auszuschalten. Dazu ist jedes Mittel recht - bis hin zur versuchten Bestechung (siehe den Fall um den ehemaligen Minister Strasser). Politik, Demokratie und Wahlen sind zu einer neuen Art von Lotteriespiel verkommen, in dem es darum geht WER in Positionen gehoben wird die es ihm ermöglichen sich von der Wirtschaft kaufen zu lassen und die Interessen der gut zahlenden Konzerne durchzusetzen. Das ist die Art von Spiel die Uwe Scheuch mit seiner Bemerkung: "Thats part of the game" gemeint hat. So werden heute Geschäfte gemacht und immer neue Möglichkeiten Geld zu verdienen erfunden, die oft niemandem dienen als den betroffenen Firmen.

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Doch laßt uns weiter schauen wie der Hase läuft. - Kurz nach dem Eintritt Österreichs in die EU ist folgender Fall durch die Medien gegangen:

Da hat eine deutsche Firma die Sitze für Traktoren erzeugt ein Patent entwickelt nach dem ihre Sitze samt Überrollbügel besonders sicher für die Traktorfahrer sein sollen. Dieser Firma ist es nun auf dem Weg des Lobbying fast gelungen, daß auf europäischer Ebene eine Richtlinie erlassen worden wäre nach der in Zukunft nur mehr Traktorsitze nach dieser Bauweise zulässig gewesen wären. Da die Firma aber das Patent auf diese Sitze inne hatte wäre die gesamte Konkurrenz auf einen Schlag ausgeschaltet gewesen: nur von dieser Firma erzeugte Traktorsitze hätten in Europa verkauft werden dürfen. - Gott sei Dank ist dieser Anschlag auf die Wahlfreiheit des Konsumenten verhindert worden. Man sieht aber sehr gut wie der Hase läuft in der Welt der Globalisierung. traktor

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Interessant ist auch wie sich das Verhältnis zwischen Medizin und Wirtschaft in den letzten zwanzig Jahren dramatisch verändert hat! - Früher hat sich die Wirtschaft nicht besonders für die Ärzteschaft interessiert. Man schätze uns Ärzte, weil wir gute und zuverlässige Kunden waren und man erwartete von uns, Bild: arzttaschedaß wir unsere Patienten möglichst schnell und gut behandeln, damit sie der Wirtschaft wieder als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Ich selbst habe damals von Betriebsinhabern Lob erhalten, weil ich meine Zahnarztordination bis 18 Uhr offen habe und zwei Mal die Woche sogar bis 20 Uhr Sprechstunden halte und somit die Arbeitnehmer die Möglichkeit haben sich außerhalb der üblichen Betriebsarbeitszeiten von mir behandeln zu lassen. Aus diesem Grund entstehen deshalb keine Ausfälle an Arbeitszeit für die Betriebe.

Seit einigen Jahren haben Teile der Wirtschaft aber nun die Möglichkeit entdeckt im Umfeld der Medizin die verschiedensten lukrativen Geschäfte zu machen, indem sie sich der mannigfaltigen Möglichkeiten bedienen die der Sumpf aus Lobbyismus, Korruption, geldgierigen Funktionären und Politikern heutzutage bietet: Stichworte wie "Part of the game" (Uwe Scheuch), "Was war eigentlich mei Leistung?" (Walter Meischberger) und "Sunday Times Video" (Ernst Strasser) sagen jedem in Österreich etwas, der sich auch nur ein bißchen für Politik interessiert. Der Hase läuft also so, daß sich die Wirtschaft bei der Politik die Gesetze bestellt und machen läßt, die sie braucht um ihre lukrativen Geschäfte zu machen. Patienten und Ärzte zahlen dabei drauf, das Gesundheitssystem wird dadurch teurer und nur die Wirtschaft und die Lobbyisten machen dabei fette Gewinne. - Nachfolgend einige Beispiele:

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Einer der ersten noch etwas simpleren und durchsichtigen Versuche der Industrie war der Versuch im Jahr 2002 ein Gesetz in Österreich durchzubringen, nach dem Zahnärzte alle vor 1998 angeschafften Röntgengeräte hätten entsorgen müssen - und die Geräte durch neue ersetzen. Stellen Sie sich vor heute wird ein Gesetz erlassen, daß jeder der ein Auto hat das mehr als vier Jahre alt ist dieses Auto nicht mehr betreiben darf obwohl es ganz in Ordnung ist. Dabei kann man schlimmstenfalls ohne Auto leben - ein Zahnarzt kann aber ohne Röntgengerät nicht leben, weil er nicht arbeiten kann, und somit gezwungen ist sich ein neues Röntgengerät anzuschaffen. Dabei machen die neuen Röntgengeräte genau die gleichen Röntgenbilder die auch die alten machen, die nach dem Willen der Industrie hätten entsorgt werden müssen.

Hier sieht man genau wie der Hase läuft: Die Industrie erfindet neue Regeln - sei es die neue Rechtschreibung, sei es ein Patent auf sichere Traktorsitze oder sei es die Idee ältere Röntgengeräte die tadellos funktionieren einfach zu verbieten - und setzt diese Regeln auf dem Wege von Korruption und Lobbyismus durch, so daß sie Gesetzeskraft erlangen.

Manchen Politikern, Gesundheitsfunktionären und Dentalindustriemanagern sind freiberufliche Ärzte die in ihren eigenen Arztpraxen Patienten behandeln ein Dorn im Auge, weil diese Herrschaften nicht direkten Einfluß darauf haben was in den Arztpraxen geschieht. schreibtischSo wird mit Eifer an Gesetzen und Vorschriften gearbeitet die so kompliziert sind, daß den Ärzten die Freude am Arbeiten in der eigenen Praxis verdorben werden soll. Der Arzt soll so einen großen Horror vor der Bürokratie und dem Aufwand zur Betreibung einer eigenen Praxis bekommen, daß er lieber den bequemeren Weg wählt und als angestellter Arzt in einem Gesundheitszentrum arbeitet, in dem die Politik auf dem Umweg über den neu geschaffenen Beruf der Gesundheitsökonomen direkten Einfluß darauf hat was geschieht und welche Geräte und Arzneimittel verwendet und angeschafft werden. Dann wird endlich auch das Gesundheitssystem ein "Part of the game" in dem profitgierige Industriemanager und korrupte Politiker so richtig mitmischen können. Daß derartig verstaatlichte und verbürokratisierte Gesundheitssysteme nicht der Zufriedenheit der Patienten dienen haben die Leute in der DDR und anderen Diktaturen lange Jahrzehnte erlebt. Die Leute in diesen Ländern können ein Lied davon singen wie man sich fühlt, wenn man sich als Patient in einer öffentlichen Gesundheitseinrichtung anstellen muß wo keiner der Angestellten ein persönliches Interesse daran hat sie als Patienten zu gewinnen oder zu behalten. Die Angeschmierten sind dabei wir: die Konsumenten, die Patienten und die Ärzte. Dieses Strickmuster wie man sich Geschäfte verschafft die eigentlich gar niemand will und die in vielen Fällen auch niemandem nützen kann man in den verschiedensten Variationen anhand vieler Beispiele verfolgen.

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Nach dem mißglückten Versuch von 2002 alle Zahnärzte zu zwingen neue Röntgengeräte anzuschaffen hat man bei der Industrie nachgedacht und hat sich nun ein neues Konzept zurechtgelegt, nach dem man doch wieder per Gesetz dem Verkauf von Röntgengeräten auf die Sprünge helfen könnte: die sogenannte Konstanzprüfung bei zahnärztlichen Röntgengeräten. Die Politik hat sich wieder willig vor den Karren der Industrie spannen lassen und folgendes Gesetz ist entstanden, das tatsächlich in Österreich inzwischen in Kraft ist:

Jedes halbe Jahr muß jeder Zahnarzt in Österreich einige spezielle Röntgenaufnahmen mit seinen Apparaten machen die zeigen welchen Grauwert man bei bestimmten Einstellungen des Röntgengerätes auf seinen Bildern erzielt. Das ist genau so als müßten Sie zu Hause alle halben Jahre die Helligkeit der Glühbirnen messen die sie verwenden um Licht in Ihrer Wohnung zu haben. Die Geräte die Sie dazu brauchen und die Arbeitszeit die sie dafür investieren, die müssen Sie natürlich selber bezahlen - so will es das Gesetz.

So wie Glühbirnen im Laufe ihrer Lebenszeit langsam an Leuchtkraft verlieren, so läßt auch die Leistung von Röntgengeräten im Lauf des Gebrauchs langsam geringfügig nach. Und genau so wie Glühbirnen, die fünf oder zehn Prozent ihrer Leuchtkraft verloren haben noch immer völlig ausreichend unsere Wohnungen und Häuser beleuchten, so sind auch Röntgengeräte die geringfügig weniger strahlen tadellos imstande alle Fragestellungen die ein Zahnarzt für die Behandlung seiner Patienten wissen muß zu beantworten. Es ist für die Praxis völlig unbedeutend ob Zahnröntgenbilder ein bißchen heller oder ein bißchen dunkler sind. Es kommt lediglich darauf an zu erkennen wie lange zum Beispiel eine Wurzelfüllung in einer Zahnwurzel ist, wie dick der Zahnwurzelhautspalt ist oder wie die Zahnwurzeln zueinander im Knochen stehen. - Alleine wie dick die Wangen von schlanken Menschen im Vergleich zu den Wangen von dicken Menschen sind, das macht einen enormen Unterschied in der Helligkeit eines Zahnröntgenbildes aus. Trotzdem kann man bei dicken wie bei dünnen Menschen ganz einwandfrei die Diagnosen aus den Röntgenbildern stellen - weil der absolute Grauwert des Bildes tatsächlich nebensächlich ist.


dunkel

Indianer hell

In einem SW Film sieht man sofort und problemlos auf einen Blick wer der Indianer und wer der Cowboy ist -
ganz egal ob das Bild ein bißchen heller oder ein bißchen dunkler ist.
Zahnröntgen dunkel Zahnröntgen hell
Auch auf einem Zahnröntgen sieht man alle interessanten Dinge problemlos - ganz egal ob das Bild ein bißchen heller oder ein bißchen dunkler ist. Die ganze gesetzliche Konstanzprüfung ist deshalb eine teure und aufwendige Schikane die den Patienten keinerlei Vorteil bringt.

Die einzig erkennbare Absicht, die man mit dieser halbjährlichen Konstanzprüfung und der Pflicht die hergestellten Proberöntgenbilder aufzubewahren und bei der Behörde vorzulegen erkennen kann ist offenbar, daß man Zahnärzte zwingen kann ein neues Röntgengerät zu kaufen wenn der Grauwert bei der halbjährlichen Kontrollaufnahme nicht mehr genau mit dem Ausgangswert übereinstimmt. Wozu sonst sollte diese kostspielige und arbeitsaufwendige Prozedur der halbjährlichen Konstanzprüfung denn dienen?? In Wahrheit ist es völlig ausreichend wenn bei der regelmäßigen Kontrolle der Röntgenanlagen durch die Behörde einfach stichprobenartig die Qualität einiger Röntgenbilder geprüft wird, wie das die angestellten Physiker der Behörden seit Jahrzehnten gemacht haben. Dabei sieht man sofort ob Röntgenbilder brauchbar sind oder nicht.

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Doch verfolgen wir weiter wie der Korruptionshase der Dentalindustriekonzerne läuft: weil nicht alle paar Monate wirklich neue brauchbare Dinge erfunden werden können, hat die Industrie die Taktik eingeschlagen altbekannte Dinge einfach zu kombinieren und aus dieser Kombination Geld zu schlagen: so gibt es lange schon Sterilisationsgeräte und es gibt diverse Computerdrucker - also nichts Neues. Aber diese Zutaten lassen sich zu einem gewinnbringenden Mix verarbeiten: Man baut also in Sterilisationsgeräte Computerdrucker ein, die nach jedem Sterilisationsvorgang ein Sterilisationsprotokoll ausdrucken, auf dem Zeit und Datum der Sterilisation ausgedruckt sind. Um diese sensationellen Geräte in ausreichender Stückzahl unter die Leute zu bringen wird auf dem bewährten Weg: Industrie - Korruption - Politik ein Gesetz in die Welt gesetzt, das die Aufbewahrungspflicht der Sterilisationsprotokolle gesetzlich vorschreibt. Jeder Zahnarzt ist also gut beraten wenn er sich einfach so einen neuen Wundersterilisator anschafft, der die geforderten Sterilisationsprotokolle gleich automatisch ausdruckt.karteischrank Wie einfach und wunderbar praktisch ist doch diese neue "Erfindung" für die streßgeplagten Zahnärzte: man braucht keine Sterilisationsprotokolle händisch zu führen, man braucht sich nur so ein Wundergerät zum Preis eines gut erhaltenen Gebrauchtwagens anzuschaffen. Damit ist der wahre Zweck der ganzen Operation erreicht.

Damit sich alle potentiellen Kunden aber auch so richtig fürchten und auch ganz sicher so einen Sterilisator kaufen, dafür werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen auch gleich geschaffen und das Motto ausgegeben: "Was nicht dokumentiert ist gilt gesetzlich als nicht gemacht!" - Auch wenn man, wie seit Jahrzehnten gewohnt, alle Arbeitsgeräte gewissenhaft sterilisiert: man hat rechtlich den Schwarzen Peter in der Hand, wenn jemand einen Schaden geltend macht der angeblich durch ein unsteriles Arbeitsgerät verursacht wurde. Außer man kann das Sterilisationsprotokoll vorweisen.

Dabei hat ein aufgehobenes Sterilisationsprotokoll keine Aussagekraft: denn was beweist, daß zu dem angegeben Datum und der Uhrzeit auch das betreffende Arbeitsgerät tatsächlich in dem Sterilisator gelegen ist - und nicht ein ganz anderes?

Als Anregung für die Industrie sei deshalb der Vorschlag gemacht: man könnte ja auch fordern, daß der Sterilisationsvorgang durch eine Videoaufnahme dokumentiert werden müßte, damit auch feststeht was denn da eigentlich sterilisiert worden ist. Die Produzenten und Verkäufer von Videoüberwachungsanlagen werden über den Vorschlag noch mehr Geld aus dem Gesundheitsbereich abzuziehen sicherlich begeistert sein. Das Gesundheitssystem würde noch teurer - aber wen kümmert das schon? Man kann ja beim Personal einsparen und weniger Pfleger und Ärzte für die Patienten zur Verfügung stellen, wie das gerade jetzt, im Jahre 2011, bei der Spitalsreform in Oberösterreich geschieht, wo gut funktionierende und ausgelastete Spitalsabteilungen im ganzen Land verkleinert oder geschlossen werden. - Beispielsweise die ausgezeichnete Kieferchirurgie in Wels. - Auch das weltbekannte und renommierte AKH in Wien wird aktuell im Herbst 2011 durch die Kürzung von 150 Arbeitsstellen für Ärzte bedroht: längere Wartezeiten für die Patienten und ausgepowerte, überarbeitete Ärzte sind nicht so wichtig wie die Gewinne der Industrie.

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Das Motto: "Was nicht dokumentiert ist gilt gesetzlich als nicht gemacht!" ist überhaupt ein unangemessener Anschlag auf unsere demokratische und freie Lebensform. Das ganze Land wird in Geiselhaft der Bürokraten und Rechtsanwälte gebracht, die diese geforderte Dokumentation als Grundlage für gewinnbringende Prozesse brauchen. Die Industrie liefert die "bequemen und einfachen Möglichkeiten" der Dokumentationspflicht nachzukommen frei Haus (Computer, Printer, Software, Fingerprintmodule und dergleichen mehr) und verdient viel Geld dank dieser neuen Rechtsauffassung. Wenn dieses Beispiel Schule macht dann ist nach dem gleichen Denkmuster folgende Situation demnächst möglich:
Sie werden per Gesetz verpflichtet das ordnungsgemäße Zusperren Ihrer Wohnung beim Fortgehen zu dokumentieren. Sie sind verpflichtet die Protokolle, die sie über das Versperren der Haustür angelegt haben, aufzubewahren und im Schadensfall vorzuweisen. Wenn ein Einbruch bei Ihnen passiert und sie können nicht das ordnungsgemäße Protokoll über das Verschließen ihrer Haustüre vorweisen, dann ist die Versicherung leistungsfrei und braucht den Schaden nicht zu bezahlen. Von Autos kennt man ähnliche Dinge ja schon: Schuld am Einbruch oder Diebstahl ist nicht der Autodieb sondern der Eigentümer, der sein Auto nicht zugesperrt hat. einbrecher

Der Überwachungsstaat, den George Orwell in seinem berühmten Roman "1984" im Jahr 1948 verfaßt und als drohendes Horrorszenario für die Zukunft beschrieben hat, der wäre eine harmlose Ferienkolonie gegen die Zustände die sich hier in unserer heutigen Realität langsam abzeichnen. Per Handy melden wir uns ja heute schon freiwillig beim großen Bruder und unser Lebensweg läßt sich per Handyortung von den Behörden verfolgen. Während die Teilnahme am Handynetz ja freiwillig erfolgt sind unsere Politiker gerade dabei uns alle per Gesetz zur Teilnahme am Projekt ELGA ORF Teletext(Elektronische Gesundheitsakte) zu verpflichten, wo unsere intimsten Gesundheitsdaten in einem Datenverbund gesammelt und somit in der EDV Welt verfügbar werden. An die Sicherheit und Geheimhaltung unserer Gesundheitsdaten können ja wohl nur Presse 2012-04-13die Dümmsten wirklich glauben, angesichts der zahlreichen Datenskandale (Steuersünder-CD aus Liechtenstein - - - Hacker erbeuten 2011 PENTAGON-Geheimdaten - - - SONY Datenskandal - - - Abbuchung von 1 Million Dollar von 90.000 Kunden der Sicherheitsfirma Stratfor durch Hacker - - - im April 2012 öffnet ein 15-jähriger Hacker aus Österreich die geheimen Firmendaten von 259 Firmen und stellt sie zur öffentlichen Ansicht ins Internet - - - und so weiter und so fort . . . ) Das Ärztegeheimnis wäre mit der Realisierung von ELGA ein für alle Mal verloren und jeder müßte sich ganz genau überlegen was er seinem Arzt in Zukunft überhaupt noch anvertrauen darf, wenn er nicht mit negativen Konsequenzen in der Zukunft konfrontiert werden will. Was einmal im Internet oder in den überregionalen Computernetzwerken drin ist, das ist nie wieder verläßlich herauszubekommen. Alles kann irgendwo gespeichert sein und irgendwann wieder verwendet werden. Gespenstisch sind die technischen Möglichkeiten und die möglichen Konsequenzen. Für die Industrie ist es aber natürlich äußerst interessant über die genauen Gesundheitsdaten der Bevölkerung Bescheid zu wissen. Etwa für gezielte Werbung: alle Übergewichtigen werden mit Diätangeboten und "Information" über einschlägige Medikamente bombardiert. Bild: KüheAlle Zuckerkranken, alle Kurzsichtigen, alle Gehbehinderten werden mit punktgenauer Werbung beglückt. Der Phantasie und dem Einfallsreichtum der Geschäftemacher sind keine Grenzen gesetzt. Und die Personalbüros großer Firmen sind mit Sicherheit begeistert, wenn sie in Zukunft nachschauen können wie oft jemand in der Vergangenheit krank war der sich gerade beim Personalchef um einen Job bewirbt, oder welch verborgene Schäden sonst in ihm schlummern könnten, die der Firma nicht passen. - Wir alle würden in Zukunft verwaltet wie eine gewaltige Herde von Rindviechern. - Nur Chip müssen wir uns (noch) keinen einpflanzen lassen, wie das laut EU Richtlinie bei unseren Haustieren heute schon der Fall ist. Aber was nicht ist kann ja noch werden! Damit könnte man auch jene Menschen in Zukunft auf Schritt und Tritt überwachen, die heute noch kein Handy verwenden und somit per Handyortung lokalisiert werden können. Mit so einem eingepflanzten Chip könnte man ja in Zukunft zum Beispiel im Supermarkt an der Kasse berührungslos seine Rechnung bezahlen! Wie bequem! Es gibt sicher einige Leute die sich um so etwas noch reißen würden.

 

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Doch zurück zum Thema wie die Konzerne ihr Geschäft maximieren. - Die Sterilisatoren sind überhaupt ein Lieblingskind der Industrie und der Lobbys die mittels neuer Regeln und Gesetze im Gesundheitssystem Geld machen wollen: am liebsten würden diese Herrschaften die ganze Wissenschaft von der Hygiene neu erfinden um sie für ihre geschäftlichen Zwecke umzugestalten.

So ist es gesicherter Wissenstand der Wissenschaft, was für Maßnahmen zur Sterilisation von ärztlichen Instrumenten notwendig sind. Zwei Faktoren sind entscheidend: DRUCK und TEMPERATUR. Seit vielen Jahrzehnten gilt die Definition, daß ein Gegenstand steril ist der bei 134 Grad Celsius und einem Druck von 2,5 Atmosphären 10 Minuten lang in einem Dampfdrucksterilisator gelegen hat. Alternativ sind 120 Grad bei 1,5 sterilisatorAtmosphären Druck für 30 Minuten Dauer möglich. Die ordnungsgemäße Sterilisation nach dieser Vorschrift ist mittels Teststreifen die dem Sterilisiergut beigelegt werden preiswert, leicht und sicher zu kontrollieren. Unter diesen hygienischen Voraussetzungen sind Osteosynthese, Herztransplantationen und Hirnchirurgie erfunden und jahrzehntelang betrieben worden.

Die für diese Methode notwendigen Geräte sind Dampfdrucksterilisatoren, die relativ einfach und zuverlässig über lange Zeiträume funktionieren. - Zu lange und zu zuverlässig für die Industrie, die ja nicht an funktionierenden Geräten verdient, sondern nur an kaputten die neu angeschafft werden müssen.

So hat man eine neue Klasse von Sterilisatoren konstruiert, die während der Sterilisation auch noch per Vakuum Druckschwankungen in der Sterilisationskammer erzeugen. Diese Druckschwankungen sollen nach der Phantasie der Erzeuger zur zuverlässigen Sterilisation von Hohlräumen im Sterilisationsgut dienen. Dabei sagt einem der hoffentlich vorhandene Hausverstand, daß durch das bloße Hin- und Herbewegen von Flüssigkeiten oder Schmutz in Hohlräumen überhaupt nichts steril wird. Sonst bräuchte man Injektionsspritzen ja nicht zu sterilisieren. Es würde genügen die Injektionsflüssigkeit mit dem Stempel in der Spritze hin und her zu bewegen. - Selbstverständlich ist nach wie vor der ausreichend lange Druck und die ausreichend hohe Temperatur in der Sterilisationskammer das einzig entscheidende Kriterium für die Erzielung von Sterilität. Die Industrie hat aber auf dem neuerdings bewährten Weg von Korruption und Bestechung Gesetze auf den Weg gebracht, die die neuen Sterilisatoren zur Norm machen. Man hat also gewissermaßen die Sterilisation "neu erfunden" um Geschäfte zu machen.

Die neuen Sterilisatoren müssen natürlich erst einmal um teures Geld angeschafft werden. Ein Traum der Konzerne wird wahr: alle müssen ohne realen Grund - nur aufgrund von Vorschriften - neue Geräte anschaffen. - Ein zweiter Vorteil wird auch gleich durch die Neuregelung durchgesetzt: die neuen Geräte sind aufgrund der komplizierten Steuerung und Mechanik viel anfälliger für Defekte und Ausfälle als die relativ einfachen Vorgängermodelle, die jahrzehntelang glühbirnekostengünstig und zuverlässig für die Sterilisation der medizinischen Geräte gesorgt haben. Ein riesiges Feld von Geschäftsmöglichkeiten tut sich für die Industriekonzerne dadurch auf: teure Reparaturen, Wartungsverträge und vorzeitig notwendig werdende Neuanschaffungen der anfälligen neuen Sterilisatoren können so an den Mann gebracht werden, die in Wahrheit überhaupt nicht notwendig sind. Das Gesundheitssystem wird dadurch wieder einmal sinnlos teurer - aber bei den Arbeitskräften und der Arbeitszeit die Betreuern und Ärzten für die Patienten zur Verfügung steht wird man das sicher wieder einsparen.

Das Ganze erinnert an die neuen Energiesparlampen die uns die Industriekonzerne auf dem Gesetzesweg und gegen den Willen der Bevölkerung aufgezwungen haben. Ein junges Mädchen hat mir kürzlich gesagt: die Energiesparlampen kommen ihr vor wie die ganze EU: sie sind teuer, halten nicht lange und sind giftig. - Tatsächlich weiß jeder, daß die behauptete Lebensdauer der Energiesparlampen in der Praxis nicht gegeben ist. Sie würde höchstens stimmen wenn die Lampen Tag und Nacht ohne Unterbrechung brennen. Das ist aber nicht der Fall und so sind die angeblich so langlebigen Energiesparlampen oft kaputt und halten in der Praxis keineswegs länger als die alten Glühfadenlampen. Die alten Lampen haben aber im Bedarfsfall dann einen Euro oder einen Euro 20 Cent gekostet, wenn sie ersetzt werden mußten. Für die neuen Energiesparlampen kann man aber oft dreißig Euro oder mehr auf den Kassentisch legen. Wer profitiert also von der Entwicklung?? Dabei habe ich noch gar nicht von dem Quecksilbergehalt der Lampen gesprochen, in denen das Quecksilber in der besonders giftigen freien, gasförmigen Form vorliegt.

Stromstatistik Stromstatistik

Das Tollste ist, daß mit den teuren neuen Energiesparlampen gar nicht wirklich viel Energie eingespart werden kann. Laut Statistik Austria, der Bundesanstalt für Statistik des Staates Österreich, verwenden Österreichs Haushalte 8,6 Prozent des Stromes den sie insgesamt verbrauchen für Beleuchtungszwecke - siehe Grafik links. Die österreichischen Haushalte sind am Gesamtstromverbrauch Österreichs aber nur mit 27,4 Prozent beteiligt - siehe Grafik rechts. Den Rest verwenden Gewerbe und Industrie. Das bedeutet, daß lediglich 2,4 Prozent des GESAMTSTROMVERBRAUCHES von Österreich für die Beleuchtung in unseren Wohnungen und Häusern verwendet werden. Diese Statistik stammt aus dem Jahr 2008. Das ist also ein Jahr bevor die erste Zwangsmaßnahme der EU gegen den VerkaufStromverwendung von normalen Glühbirnen überhaupt in Kraft getreten ist. Am 1.September 2009 erfolgte der erste Schritt des Verkaufsverbotes für normale Glühbirnen aufgrund des Diktates der EU. Da ja auch vor dem Glühbirnenverbot der EU viele unserer Beleuchtungskörper schon Leuchtstoffröhren, Halogenlampen oder Plasmalampen waren, können nach Umstellung auf die giftigen, teuren neuen Energiesparlampen vielleicht 1 oder 1,5 Prozent vom Gesamtstromverbrauch tatsächlich eingespart werden. Wenn man den Dienstleistungssektor dazurechnet, in dem ja auch teilweise Glühlampen verwendet werden, dann kann man noch einmal ein oder zwei Prozent dazurechnen. In der Industrie werden ohnehin überwiegend Leuchtstoffröhren oder Plasmalampen verwendet. - Das bedeutet aber ganz klar: ob wir Atomstrom brauchen oder nicht, das entscheidet sich nicht in unseren Wohnzimmern. Welche Lampe wir in unserer Küche in die Fassung schrauben beeinflußt nicht die Entscheidung ob ein neues Kraftwerk gebaut wird oder nicht. Außerdem: Raumwärme die im Winter nicht von eingeschalteten Glühlampen kommt muß ab jetzt mit der Heizung erzeugt werden. Weil wir mit großem Aufwand an privatem Volksvermögen und großem Aufwand an Umweltschäden durch die aufwendige Produktion der neuen Energiesparlampen gerade einmal ganze 2 oder 3 Prozent Strom einsparen können, darum scheint das Glühbirnenverbot nicht gerechtfertigt.
Diese nüchternen und ernüchternden Zahlen und Fakten zeigen ganz deutlich, daß die Umweltschützer wenig Grund haben sich über das Glühlampenverbot der EU zu freuen. Um so mehr haben einige Spitzenmanager in den Chefetagen internationaler Elektronikkonzerne Anlaß die Pfropfen der Sektflaschen wieder einmal so richtig knallen zu lassen - sind doch sie es die an der Produktion der Energiesparlampen so richtig viel verdienen. Die Achse Wirtschaft - Korruption (Lobbyismus) - Politik und Gesetzgebung hat sich wieder einmal bewährt. Per Gesetz wird dem Umsatz der Großkonzerne auf die Sprünge geholfen. Da sieht man den Hasen laufen! Früher konnte Energiesparlampen kaufen wer wollte und wer das für seine Situation für sinnvoll hielt. Heute muß man sie kaufen. Ausgeglüht

Wenn es um die Gewinne der Industrie geht ist auch die Giftigkeit von Quecksilber auf einmal egal. (Die üblichen Energiesparlampen enthalten ja bekanntlich gasförmiges Quecksilber.) Wenn es darum geht das Amalgam als einfaches, billiges und zuverlässiges Zahnfüllmaterial schlecht zu machen und abzuschaffen, weil die politisch am Drücker sitzenden internationalen Dentalindustriekonzerne daran zu wenig verdienen, zahndann ist Quecksilber auf einmal aber gefährlich und giftig, und die Bevölkerung wird seit Jahrzehnten mit der angeblichen Giftigkeit von Amalgamfüllungen verrückt gemacht. Dabei liegt das Quecksilber in den Zahnfüllungen in chemisch gebundener Form vor, und keineswegs in der gefährlichen freien, gasförmigen Form wie in den Energiesparlampen. Beispielsweise ist in Kochsalz - Natriumchlorid - NaCl - das giftige Chlorgas und das aggressive Metall Natrium in chemisch gebundener Form vorhanden und niemand fürchtet sich vor Kochsalz. - Es gibt auch keinen Grund dafür sich vor Salz zu fürchten. Nach wie vor ist Amalgam in vielen Behandlungssituationen (ich bin ja Zahnarzt) die langlebigste und sicherste Möglichkeit Defekte in Mahlzähnen dicht und sicher zu verschließen - wenn man ein Zahnfüllmaterial sucht und nicht gleich teure und aufwendige Zahnkronen anfertigen will, die sich ja auch nicht jeder leisten kann. Leider sind auch Universitäten und die dort beschäftigten Menschen nicht sicher vor den materiellen und sonstigen Versuchungen der Dentalindustrie. Früher waren die Universitäten der reinen Lehre, also dem Streben nach wissenschaftlicher Wahrheit verpflichtet. Im Rahmen des allgemeinen Sparwahns, der Globalisierung und der gewinnorientierten Privatuniversitäten ändert sich leider auch der Blickwinkel der Universitäten: Sponsoring und verschiedene Zuwendungen der Dentalindustrie verstellen immer mehr den Blick auf die reine Lehre. So wird an den Universitäten gelehrt was die Industrie gerne sieht: die fachgerechte Anfertigung von Amalgamfüllungen ist im Lehrkatalog vieler Universitätszahnkliniken nicht mehr enthalten. Die jungen Zahnärzte sollen daran gewöhnt werden mit Materialien zu arbeiten die die Industrie gerne verkauft. Für billige, einfache und wirkungsvolle Methoden wie Amalgamfüllungen ist da kein Platz. Eine bedauerliche Entwicklung, die aber keinesfalls durch die Erfindung und Einschaltung von politischen Kommissaren - "Gesundheitsökonomen" - gebessert würde. Das wissen wir seit dem Desaster der verstaatlichten Industrie in den 1970er Jahren.

Der Aussage des vorhin erwähnten jungen Mädchens: "Energiesparlampen sind wie die EU - sie sind teuer, sie halten nicht lange und sie sind giftig." - dieser Aussage kann ich nicht viel hinzufügen. Man kann nur hoffen, daß der ganze Industrieterror, der mit der EU zu uns nach Österreich gekommen ist, zu Ende geht bevor unser seit Jahrzehnten bewährtes Gesundheitssystem endgültig ruiniert und kaputt gemacht worden ist. Darum wäre ja nun wirklich schade.

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Hier einige weitere Beispiele für den Erfindungsreichtum der Industrie: Gerade hat eine Firma Injektionsnadeln erfunden und patentiert, die so in einer Plastikschutzhülle montiert sind, daß man sie nach Gebrauch wieder verschließen kann. Auf diese Weise wird verhindert, daß sich später jemand mit der injektiongebrauchten Injektionsnadel stechen kann. Diese Nadeln sind natürliche teuerer als normale Injektionsnadeln. Wie fördert man den Absatz der tollen Erfindung? Erraten: auf rätselhafte Weise ist es der Firma gelungen ein Gesetz auf den Weg zu bringen, wonach in Hinkunft nur mehr der Gebrauch dieser neuen Injektionsnadeln erlaubt ist. Die sind zwar für die Verwendung in der Ellenbeuge oder sonstwo auf der Körperoberfläche geeignet, durch die fix angebrachte Schutzhülle sind sie aber so groß und sperrig, daß sie in der ohnehin schon kleinen und engen Mundhöhle unbrauchbar sind. Wir Zahnärzte bemühen uns mit möglichst dünnen, kleinen Injektionsnadeln die gefürchteten Nadelstiche möglichst schmerzfrei und sanft für den Patienten auszuführen. Mit einer hinderlichen Schutzhülle, die bei allen möglichen Bewegungen im Mund im Weg ist, wäre eine schmerzfreie Injektion kaum möglich. Also haben unsere Zahnärztevertreter wieder alle Hände voll zu tun um Ausnahmegenehmigungen für die Injektionsnadeln zu erreichen die im Mund von Zahnärzten verwendet werden können - um den Patienten unnötige Schmerzen zu ersparen und die ohnehin schon bei vielen Menschen vorhandene Angst vor Injektionsspritzen nicht noch mehr zu verstärken. - Dabei entsorgen wir seit vielen Jahren alle gebrauchten Injektionsnadeln in durchstichsicheren, fest verschlossenen Flaschen - laut gesetzlicher Verordnung - und es gibt bei Zahnärzten in der Praxis keinerlei Probleme mit Nadelstichen durch gebrauchte Injektionsnadeln. - Ob aber die wiederverschließbaren Injektionsnadeln nach dem Gebrauch auch tatsächlich wieder verschlossen werden, das müßte man ja auch in der Praxis prüfen. In Wirklichkeit kommt es nur darauf an ob das beteiligte Personal und die Ärzte tatsächlich gewillt und motiviert sind genau und gewissenhaft zu arbeiten. Der ganze vermeidbare Plastikmüll den die Industrie hier wieder einmal zusätzlich produzieren will, der dient nur den Gewinnen der Industrie und der an der Durchsetzung beteiligten, korrupten Funktionäre. Zur Lebensqualität der Ärzte und Patienten trägt er nicht bei.

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Früher einmal hat es einen Bedarf oder Problem gegeben und ein findiger Kopf hat dann eine Lösung für dieses Problem erfunden und das neu erfundene Gerät wurde danach gebaut und verkauft. Heute - im Zeitalter des Marketing - läuft der Hase anders: heute wird in der Forschung etwas entdeckt und die Industrie macht sich dann Gedanken darüber wem man das neu erfundene Gerät andrehen könnte. Zum Beispiel Laserstrahlen. Es gibt eine große Industriesparte die mit der Erzeugung von Laserstrahlern beschäftigt ist. Tatsächlich gibt es auch jede Menge von militärischen und zivilen Anwendungen, die erst durch Laserstrahlen möglich wurden - z.B. CD-Player, punktgenaue Entfernungsmeßgeräte und vieles mehr.

Die Aktionäre der Laserfirmen wollen aber noch fettere Dividenden sehen, und so macht man sich auf die Suche nach neuen Abnehmern. Die Marketingspezialisten machen ein Brainstorming und schnell fällt ihnen eine neue Zielgruppe ein: die Zahnärzte - und schon ist die Sparte Dentallaser geboren! laserSo gibt es heute Hard- und Softlasergeräte für viele zahnärztliche Tätigkeiten. Man kann mit Laserstrahlen Weichgewebe im Mund zerteilen und man kann mit Laserstrahlen Zahnhartsubstanz abtragen. - Es gibt aber keine von diesen Tätigkeiten die man nicht mit einem anderen, schon vorher bekannten Gerät BESSER erledigen könnte als mit einem Laserstrahlgerät. Weichgewebe kann man mit dem heißen Platindraht eines Elektrochirurgiegerätes elegant und ohne Gewebeblutung ganz exakt schneiden. Genau so tief wie man den Draht einführt und genau in der Form (rund, gerade oder sonst irgendwie gebogen) die man für einen bestimmten Zweck gerade braucht. Man kann damit elegant die Form und Oberfläche des verbleibenden Gewebes modellieren und bestimmt damit das Aussehen der Mundschleimhaut wenn die Operationswunde einmal verheilt ist. Das kann man mit einem Laserstrahl gar nicht oder viel schlechter. - Zahnhartsubstanz kann man mit der genau definierten geometrischen Form von ganz normalen Diamant- oder Hartmetallfräsen in genau die Form fräsen die für eine bestimmte Anwendung aus zahntechnischen Gründen erwünscht ist. Mit Hardlasern geht das nicht so einfach und bequem. Gäbe es bisher nur Hardlasergeräte zur Zahnbehandlung, so wäre die Erfindung von Fräsgeräten die der Zahnoberfläche bei der Behandlung eine bestimmte, definierte Form geben eine ganz neue und tolle Erfindung die sich rasch durchsetzen würde. So läßt der Absatz der Hardlasergeräte aber sehr zu wünschen übrig, weil sie eben keinen Vorteil für die Behandlung bringen.

Lediglich die Zauberwirkung das Wortes "Laser" verleitet viele Zahnärzte dazu sich irgendein Lasergerät anzuschaffen. So wie die Vorsilbe: "Bio-" ist auch die Vorsilbe "Laser-" von der Werbeindustrie durch jahrelange Gehirnwäsche der Konsumenten so stark in den Köpfen der Leute verankert, daß man sich als Zahnbehandler in den Augen vieler unwissender Patienten den Anschein besonderer Modernität geben kann wenn man auch "schon" mit Laser behandelt. Was genau man eigentlich in der Praxis mit dem Lasergerät tut und wie sinnvoll so eine Laserbehandlung wirklich ist - das hinterfragt selten wer. Hauptsache so ein Laserkastel steht irgendwo in der Praxis herum. Manche verwenden Softlasergeräte zum Bestrahlen von Wunden oder Zahnfleischentzündungen. Das bringt ein paar Euro für die Praxis aber die Wirkung geht über den berühmten Placeboeffekt nicht hinaus. Warum sollte eine Eiterung an einer Zahnwurzel auch verschwinden, nur weil man sie mit Laserlicht bestrahlt? Genau so gut könnte man das mit einer Taschenlampe probieren. Aber der Zauber des Wortes Laser bewirkt vielleicht wirklich einen Palceboeffekt - schließlich gibt es ja auch in der Autoindustrie Modelle die den stolzen Namen "Laser" tragen. Und die Marketingspezialisten in der Autoindustrie überlegen sicher genau welche Worte sie zur Benennung ihrer Automodelle verwenden um ein positives Image und eine Förderung des Absatzes zu erreichen.

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Die grenzenlose Phantasie der Marketingspezialisten zeigt sich aber auch bei folgender Laserstrahlenanwendung: der "Photodynamischen Therapie". - Wir haben es als Zahnärzte bei der Behandlung abgestorbener, infizierter Zähne oft mit bakteriellen Infektionen zu tun, die eine konsequente und intensive Behandlung mit Desinfektionsmitteln erfordern um die Sauberkeit und Keimfreiheit in den abgestorbenen Zähnen zu erreichen, die für eine haltbare und gesundheitlich unbedenkliche Wurzelfüllung unbedingt notwendig ist. Zu diesem Zweck gibt es seit vielen Jahrzehnten verwendete, sichere und preiswerte Desinfektionsmittel. Viel Geld ist mit dem Verkauf dieser bewährten Desinfektionsmittel aber nicht zu verdienen. Nun haben findige Köpfe folgende Erfindung gemacht:

Zur Desinfektion der infizierten Zahnwurzeln verwendet man einen speziellen Farbstoff der seine desinfizierende Wirkung erst entfaltet nachdem er mit Laserlicht einer ganz bestimmten Wellenlänge aktiviert wurde. Laser+BerlinerblauDazu muß man den Farbstoff erst in die Wurzeln einbringen. Danach wird mit dem Laserstrahl in den Zahn hineingeleuchtet um den Farbstoff zu aktivieren. Ich selbst frage mich ob es wirklich sicher ist, daß das Laserlicht den Farbstoff in zwei bis drei Zentimeter Tiefe - ganz weit drinnen in der Zahnwurzel - überhaupt noch in ausreichender Lichtstärke erreicht um die desinfizierende Wirkung wirklich auszulösen. Aber Zahnarztkollegen die mit dieser neuen Methode arbeiten berichten mir, daß die Sache gut funktioniert.

Ich selbst fülle lieber Desinfektionsmittel in die infizierte Zahnwurzel, die sofort und gleich und ganz ohne zusätzliche Aktivierung durch einen speziellen Laserstrahl wirken. Da brauche ich mich auch nicht in jedem Behandlungsfall zu fragen ob ich mit dem Laserstrahl auch wirklich das infizierte Gewebe tief im Kiefer getroffen habe um die Desinfektion tatsächlich zu erzielen. Natürlich verdient die Dentalindustrie dabei nicht viel und bleibt auf den wunderschönen, teuren Lasergeräten sitzen - solange es billige und zuverlässige Mittel gibt die den gleichen Behandlungszweck erreichen.

Was muß man also tun um den Absatz anzukurbeln? Richtig: man muß die bisher verwendeten Mittel schlecht machen, die dem Verkauf der teuren Lasergeräte im Weg stehen. Also kann man beispielsweise flugs einige Versuchsmäuse mit einer hundertfachen Überdosis von den bewährten Desinfektionsmitteln füttern, worauf sich hoffentlich Krebs oder sonst eine publikumswirksame Komplikation einstellt. Und schon sind "wissenschaftliche" Arbeiten auf den Weg gebracht die die billigen und bewährten Behandlungsmittel in die Nähe von gefährlichen Nebenwirkungen bringen und hoffentlich die Verwendung einschränken oder im Idealfall (für die Industrie) werden diese bewährten Behandlungsmittel sogar verboten, und dann steht dem breiten Absatz der Geräte nichts mehr im Weg. - "Audacter calumniare, semper aliquid haeret." - "Verleumde nur dreist, etwas bleibt immer hängen." Diese lateinische Spruchweisheit hat für römische Intriganten und Gerüchtemacher gegolten - und sie hat bis heute wohl nichts von ihrer Gültigkeit verloren. - Nach diesem Muster werden alle möglichen "alten", "veralteten", einfachen und billigen Behandlungsmittel wie z.B. Jodoform oder Formalin in Verruf gebracht um den Weg für umsatzfördernde, neue, teure Behandlungsmethoden frei zu machen.

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Unter welchen Bedingungen derart absatzfördernde "wissenschaftliche" Arbeiten gemacht werden ist nicht so wichtig. Ob sie tatsächlich einer strengen statistischen Überprüfung standhalten und seriösen wissenschaftlichen Kriterien genügen, das ist marketingtechnisch von untergeordneter Bedeutung. Allein die Existenz der Arbeiten ist für den beabsichtigten Zweck bedeutend. So wurde seit Jahrzehnten von interessierter Seite immer wieder öffentlich in Medien und Druckschriften die Giftigkeit von Amalgam behauptet. Dabei ist die Chemie von Amalgam bis ins letzte Detail erforscht und als unbedenklich eingestuft. Die möglichen toxischen, hormonellen und allergenen Wirkungen von den organischen Lösungsmitteln, Monomeren und komplexen organischen Molekülen die von Kunststoffzahnfüllungen freigesetzt werden sind interessanterweise nicht Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Niemals hat es für die behaupteten schädlichen Wirkungen von Amalgam einen wissenschaftlichen Nachweis gegeben. Aber trotzdem ist es den interessierten Kreisen gelungen in manchen Ländern das Amalgam praktisch abzuschaffen. An einfachen und billigen Problemlösungen ist die Dentalindustrie ja nicht interessiert. Und auch manche Zahnärzte verdienen ganz gut daran, daß viele Patienten eine hysterische Angst vor den grauen Zahnfüllungen haben. - Pecunia non olet.

handTatsächlich haben wir in Österreich seit 2006 im Gesundheitsministerium eine eigene Stelle namens "Institut für Pharmakovigilanz" die für die Sammlung von Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen zuständig ist. Das ist prinzipiell eine gute Sache. Aber es birgt auch die Gefahr in sich, daß wirtschaftlich interessierte Kreise diese Institution für ihre Zwecke mißbrauchen. Dieses Institut für Pharmakovigilanz dient auch der Umsetzung von EU Richtlinien in nationales Recht. So bietet sich hier eine Möglichkeit an europaweit unerwünschte Substanzen oder Pharmaka in Mißkredit zu bringen oder zu verbieten. Denken Sie nur an die Traktorsitze, die per EU-Richtlinie ganz Europa vorgeschrieben worden wären - wäre es nach dem Willen der entsprechenden deutschen Firma gegangen.

Ein internationaler Pharmakonzern der die Patente für Antibiotika innehat die zur Behandlung von Infektionen im Mundbereich verwendet werden, antibiotikader hat ein verständliches Interesse daran, daß billige Alternativbehandlungsmethoden abgeschafft werden. - Schon hört man in der Gerüchteküche, daß Jodoform ja so ein großes Potential hat Allergien auszulösen. Die Abschaffung von Jodoformstreifen steht im Raum. Die sind ein preiswertes, zuverlässiges Mittel zur Desinfektion und Heilung von Wunden im Mund die den Patienten starke Schmerzen verursachen. Ich verwende sie seit Jahrzehnten zum Wohle meiner Patienten ohne je eine schädliche Nebenwirkung oder Allergie festgestellt zu haben. Als Alternative zu Jodoformstreifen kämen natürlich Antibiotika in Frage. Bekanntlich gibt es aber auch eine große Gruppe Menschen die auf Antibiotika allergisch sind. Wo sollte hier also der Vorteil liegen, wenn Antibiotika statt Jodoformstreifen verwendet werden? Richtig: im finanziellen Gewinn der beteiligten Pharmakonzerne.

- Sinngemäß das Gleiche gilt für Dentalkonzerne die Patente für die Produktion von Kunststoff-Zahnfüllmaterialien innehaben. Denen käme es natürlich zugute wenn Amalgam als Zahnfüllmaterial nicht verwendet würde. - Und schon hört man munkeln, daß in der EU über ein europaweites Verbot von Dentalamalgam nachgedacht wird. - Angeblich wegen des Quecksilbergehaltes, obwohl das Quecksilber im Amalgam chemisch gebunden ist. Bei Energiesparlampen stört die EU-Funktionäre der Quecksilbergehalt gar nicht, obwohl das Quecksilber in Energiesparlampen als freies Gas vorliegt und beim Bruch der Lampe in die Umwelt entweicht. Aber Energiesparlampen dienen ja dem Geschäft.- Und die Durchsetzung der wirtschaftlichen Interessen von Großkonzernen ist ja offenbar der Hauptzweck dieser ganzen EU mit allen ihren Institutionen.

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Die Industrie liebt Einmalartikel: verschließbare Sackerln und Pickerln in allen erdenklichen Formen sowie Arbeitskleidung und Abdecktücher für Ärzte und Schwestern aus Papier teddy- nach einmaliger Verwendung wegzuwerfen und nicht wiederzuverwenden wie die Operationsmäntel aus Stoff, die früher üblich waren. Damit der ganze Plunder aber auch den gewünschten Absatz findet, dafür werden auf dem bewährten Weg: Industrie - Korruption - Politik Gesetze und Regeln kreiert, die die Verwendung dieser Produkte wenn schon nicht zwingend vorschreiben so aber doch zumindest nahelegen. Verstehen Sie mich nicht falsch: es gibt durchaus sinnvolle Einmalartikel: die Verwendung von Einmalspritzen und Einmalhandschuhen ist durchaus sinnvoll und fördert eine sterile Arbeitsweise. Aber viele andere Produkte aus dieser Welt der Einmalartikel sind maßlose Verschwendung und absolut entbehrlich.

Durch all diese phantasievoll erfundenen neuen Verordnungen und Gesetze wird kein Mensch in Österreich gesünder und die Betreuung und Zuwendung zu den Menschen wird sogar schlechter, weil die Ärzte und das Pflegepersonal in ihrer Arbeitszeit mit Bürokratieaufgaben überhäuft werden anstatt sich in der zur Verfügung stehenden Zeit aufmerksam der Betreuung der Patienten zuzuwenden. Die Industrie macht auf diese Weise ihre lukrativen Geschäfte und das Gesundheitswesen wird immer teurer. Der Aufwand an Geld und Zeit der im Dienste der Gewinnmaximierung der Industrie hier betrieben wird ist schlecht angelegt und sollte lieber für die Betreuung der Patienten verwendet werden.

Kein Mensch kann im Ernst annehmen, daß irgend etwas in unserem Gesundheitswesen besser oder effizienter wird, wenn sich Politik und Staat immer mehr in Dinge einmischen von denen sie keine profunde Kenntnis haben. Die von der Politik neu erfundene Berufsgruppe der sogenannten "Gesundheitsökonomen" die derzeit in Österreich an Fachhochschulen ausgebildet werden, die werden das Gesundheitswesen mit Sicherheit nicht billiger und effizienter machen. Es wird dadurch nur eine neue Kaste von politisch orientierten und gesteuerten Menschen herangezogen die in Zukunft Entscheidungen im Gesundheitswesen beeinflussen sollen. Es werden dadurch neue Einkunftsmöglichkeiten für medizinisch nicht erfahrene Leute geschaffen. Offenbar planen Leute vom Schlag eines Uwe Scheuch ("Part of the game") hier ihr Spielchen auf das Gebiet der Gesundheitsversorgung auszudehnen und neue Einkunftsmöglichkeiten für politische Funktionäre zu schaffen. Welche Bestechungsgelder werden in Zukunft fließen und welche Lobbyisten werden in Zukunft bezahlt werden, wenn nicht mehr Ärzte sondern politische Kommissare den Medikamenten- und Geräteeinkauf in den Gesundheitseinrichtungen durchführen?

Dabei haben wir hier in Österreich aus Zeiten der Verstaatlichten Industrie noch beeindruckende Beispiele in Erinnerung wohin es führt wenn keine Fachleute sondern politische Funktionäre die Macht und das Sagen in den Betrieben haben. Unser stolzes Industrieflaggschiff, die voestalpine (früher VÖEST genannt), das eine unschätzbare Funktion als Wirtschaftsmotor für den gesamten Industriestandort Österreich hat, das wäre unter der Mißwirtschaft von Parteifunktionären in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts beinahe zugrundegegangen und konnte nur durch Subventionen aus Steuergeldern vor dem Untergang bewahrt werden. Erst nachdem das faule Pack von unfähigen Politik- und Parteifunktionären dort im Rahmen der Privatisierung hinausgeschmissen wurde konnte der Betrieb wieder aufblühen uns ist heute ein international bewundertes Vorzeigeunternehmen, das den ganzen oberösterreichischen Industrieraum befruchtet hat und für tausende von Arbeitsplätzen sorgt. linz

Was auf dem Gebiet der Schwerindustrie nicht funktioniert hat und die VÖEST beinahe umgebracht hätte, das wird von den traurigen Figuren die heute unsere angeblichen Volksvertreter sind nun auf dem Gebiet der Medizin und Gesundheitsversorgung eingeführt: Gesundheitsökonomen werden ausgebildet - politisch gesteuerte, fachfremde Funktionäre - die sich in die medizinischen Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse einmischen und Kraft der Gesetze Dinge auch durchsetzen können, und seien sie noch so kontraproduktiv und unsinnig. Weil aber die Beteiligten und Interessenten an dem großen politischen Sumpf ("Part of the game") massiven Einfluß auf die Medien (Parteieninserate) und den Rundfunk haben, darum wird für die Bevölkerung weiterhin Stimmungsmache und Werbung für Wahnsinnsprojekte wie ELGA gemacht. Gott weiß wohin die Gelder fließen die in das Projekt ELGA gepumpt werden. Große EDV Konzerne und ihre Günstlinge profitieren vielleicht davon - sicher nicht die Patienten und Ärzte, um die es angeblich geht. Für uns wird das ganze enden wie das Glühbirnenprojekt der EU: viel komplizierte und störungsanfällige Technik produziert um viel teures Geld schlechteres Licht als wir vorher hatten.

fahne NOCH haben wir hier in Österreich ein Gesundheitssystem auf das die Bevölkerung zu recht stolz ist. Bei allen internationalen Umfragen die die Zufriedenheit der Menschen mit dem Leben in ihren Ländern erkundet wird die Zufriedenheit der Leute mit der österreichischen Gesundheitsversorgung ganz vorne genannt. In den Jahrzehnten nach dem Krieg ist hier bei uns unter Zusammenarbeit der Ärzte mit den Krankenkassen ein sozial ausgewogenes Gesundheitssystem entstanden um das uns die Welt beneidet. Die Amerikaner könnten sich alle zehn Finger danach abschlecken wenn sie ein ähnliches Gesundheitssystem hätten das allen zu Gute kommt. Präsident Obama ringt bekanntlich seit Jahren darum in den USA endlich ein ähnliches Gesundheitssystem einzuführen wie wir es seit langem haben. Und das sollen wir freiwillig aufgeben?? Es gibt eine verächtliche Gruppe von Leuten in unserem Land die keine Gelegenheit auslassen unser Gesundheitssystem schlecht zu machen und in den Medien zu diffamieren. Jeder Behandlungsfehler der irgendwo in Österreich passiert ( Wo gehobelt wird fallen Späne - nur wer NICHTS macht begeht niemals Fehler! ) wird tagelang in den Medien und im ORF Teletext breitgetreten. Man spürt geradezu die Freude die diese Leute an derartigen Unglücksfällen haben, weil es doch Wasser auf ihre Mühlen bedeutet, wenn sie wieder einmal das Gesundheitssystem schlecht machen können um ihre politischen Ziele voranzutreiben.

"Schnitzel bleibt Schnitzel und Erdäpfelsalat bleibt Erdäpfelsalat" hat man vor der EU-Beitrittsabstimmung 1995 in Österreich plakatiert, um den Menschen die Angst vor der ungewissen Zukunft zu nehmen, die viele verspürten. Auf diese Weise hat man uns Österreicher in die EU hineingelogen und schön langsam spüren wir die Folgen dieses Schrittes. Um den internationalen Transportfirmen auch auf österreichischem Boden ihre Geschäfte in großem Umfang zu ermöglichen, mußte die Post in der altbewährten Form sterben, die seit Kaisers Zeiten wohlfeil und pünktlich alle Zustelldienste erledigt hat. Jeder weiß, daß wir heute ein Vielfaches an Gebühren für ein deutlich schlechteres Service bezahlen. Niemand hätte sich das damals vorstellen können, als wir naiv und im Glauben an den plakatierten Slogan: "Schnitzel bleibt Schnitzel und Erdäpfelsalat bleibt Erdäpfelsalat" brav für die EU gestimmt haben. - Und nun ist offenbar unser Gesundheitssystem an der Reihe zerstört zu werden. Gott bewahre uns vor dem Schildbürgerstreich unsere Gesundheitsversorgung zu ruinieren. Ich kann nur hoffen, daß die EU zerfällt bevor unser vorbildliches Gesundheitssystem tatsächlich kaputt gemacht wird.

 

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So bin ich am Ende meiner Beobachtungen über das Thema "wohin der Hase" läuft angelangt. Angesichts der Situation fallen mir Worte ein wie: "Gott schütze Österreich" - die der Bundeskanzler Schuschnigg 1938 angesichts des bevorstehenden Einmarsches deutscher Truppen nach Österreich sprach. Ich kann nur hoffen, daß es für Österreich nicht so arg kommt wie 1938. Die Menschen hier im Land haben aus Schutt und Asche nach dem zweiten Weltkrieg ein wunderschönes, florierendes Land aufgebaut. Es wäre schade wenn die Früchte dieser Arbeit nun durch Korruption und Mißwirtschaft verloren gingen. Die Staatsform "Postdemokratische Industriediktatur", in der die Gewinne der internationalen Großkonzerne das Maß aller Dinge sind, die ist mir zutiefst zuwider. Die systematische Zerstörung seit Jahrhunderten funktionierender kleiner Lebens- und Wirtschaftsstrukturen wie der kleinen Gewerbebetriebe und der kleinen Bauernhöfe, die unser Land so schön und so liebenswert machen, diese Zerstörung halte ich für einen verhängnisvollen Fehler. Dieser Fehler ist auch nicht schnell wieder gut zu machen - denn wenn Wissen und Lebensweise der jetzigen Handwerker- und Bauerngeneration einmal verloren gegangen ist, dann sind wir tatsächlich auf die Produkte der internationalen Großkonzerne angewiesen. Wenn wir alle nur mehr von McDonalds gefüttert werden, weil das letzte kleine Dorfwirtshaus zusperren mußte und wenn wir unsere Möbel nur mehr bei Ikea oder einem ähnlichen Großversorger kaufen können, weil alle kleinen Betriebe zu Grunde gegangen sind - dann haben wir wahrscheinlich ein Maximum an wirtschaftlicher Effizienz erreicht. Daß wir aber ein Maximum an Lebensqualität erreicht haben, das kann ich mir nicht vorstellen.

 

 

signatur

Dr.Beinl

Seitenstetten im Frühjahr 2012