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Amalgam - das traut man sich kaum in den Mund zu nehmen

Wenn es Amalgam nicht schon gäbe wäre es eine tolle Erfindung
für die langlebige und kostengünstige Erhaltung vieler Zähne

Wenn man heute als Zahnarzt irgend ein gutes Wort über Amalgam sagt, gilt man bei uns schnell als rückständiger, ewig gestriger Trottel, der seit seiner Ausbildung vor hundert Jahren nichts mehr dazugelernt hat. Auf diese Image legt natürlich kein Zahnarzt besonderen Wert. Es ist ja tatsächlich unheimlich, welche Macht die Medien und die dahinter stehenden Lobbies haben: Leute, die von Zahnheilkunde absolut und überhaupt keine Ahnung haben, und sich auch sonst gar nicht besonders dafür interessieren, lehnen Amalgamfüllungen ab, wenn sie als Patienten in meinem Behandlungsstuhl sitzen. Die wiederholte, negative Behandlung von Amalgam als Zahnfüllungsmaterial in verschiedenen Massenmedien zeigt hier eine deutliche Wirkung. Dabei ist ja der Kunststoff, der in den meisten Fällen als Ersatzfüllmaterial für Amalgam verlangt und verwendet wird, auch nicht aus Luft. Die organischen Lösungsmittel, Restmonomere und verschiedene Chemikalien, die im Kunststoff enthalten sind, sind durchaus nicht so gesund und biologisch unbedenklich, wie viele meinen. Nur wird darüber nicht in den Medien berichtet, und dementsprechend hat niemand eine Ahnung davon. Viele Biojünger, die ja oft nur eine sehr oberflächliche Anschauung der Dinge haben, werden durch die weiße Farbe des Kunststoffes in die Irre geführt: man meint, was weiß ist, und so aussieht wie Zahnsubstanz, muß auch automatisch so gesund und so unbedenklich sein. Kosmetisch ist der Kunststoff freilich schöner. Doch dem stehen einige Nachteile gegenüber, die zweifellos in den kommenden Jahren Gegenstand so mancher Fernsehdokumentation und so manches Zeitungsartikels sein werden.

Baum Richtig: Amalgamfüllungen geben kleinste Mengen von Quecksilber ab, die Dank unserer heutigen, ultraempfindlichen Meßmethoden festgestellt werden können. Diese Methoden sind so empfindlich, daß schon im Eis des Nordpols Spuren des Insektenvertilgungsmittels DDT damit nachgewiesen werden konnten, die Wind und Wetter irgendwie dorthin vertragen haben. Durch diese Meßmethoden wissen wir auch, daß wir mit unserer ganz normalen, durchschnittlichen Nahrung mehr Quecksilber in unseren Körper einbringen, als aus den Amalgamfüllungen frei wird. So schlimm kann also die Belastung nicht sein, wenn sogar in ganz normalen Nahrungsmitteln mehr Quecksilber zu finden ist. Gesünder wären freilich Zahnfüllungen aus Gold, denn das Edelmetall Gold löst sich überhaupt nicht auf und gibt keine Ionen ab. Es bleibt über Jahrzehnte unverändert und ohne Zerfallserscheinungen im Mund. Das ist der Grund warum diese teure Art von Zahnfüllungen so langlebig ist und warum Sie damit ihre eigenen Zähne viel länger erhalten können. - Die Lösungsmittel, Restmonomere und Chemikalien, die in den Kunststofffüllungen enthalten sind, lösen gar nicht so selten Empfindlichkeit der Zähne aus und werden von einigen Patienten schlecht vertragen. Aus diesem Grund entstehen in der Praxis eher Probleme mit Kunststofffüllungen als mit der vernachlässigbaren Metallionenbelastung durch das Amalgam. - Vor allem fällt mir auf, daß in früheren Tagen, als die Mehrzahl aller Zahnpatienten Amalgamfüllungen im Mund hatte, das Thema "Allergie" keine besondere Bedeutung in der allgemeinen Diskussion hatte. Das metallische Amalgam hat das Immunsystem der Menschen offenbar nicht besonders gereizt oder aktiviert. Seit wir uns im täglichen Leben immer mehr mit Kunststoffen umgeben, Lebensmittel in Kunststoffe einpacken und uns sogar unsere Zähne mit Kunststoffen vollpacken, leiden immer mehr Menschen, vor allem auch Kinder, an den verschiedensten Allergien gegen die unterschiedlichsten Stoffe. Kunststoffe sind ja, genau wie unser eigener Körper, organische Kohlenstoffverbindungen. Daß es für das Immunsystem ein Problem sein kann wenn es täglich mit den verschiedensten organisch chemischen Verbindungen konfrontiert wird, das könnte ich mir gut vorstellen. Wenn das System dauernd gereizt wird ist plausibel, daß es generell überempfindlich wird und auf alle möglichen Reize reagiert, die früher kein Thema waren. Amalgam als metallischer Füllstoff könnte hier helfen die allgemeine Belastung unserer Körper mit organisch chemischen Verbindungen zu verringern. Die berühmten "Amalgamallergien" wurden früher von einigen Menschen erfunden und benutzt um von der Krankenkasse die Bezahlung von Goldinlays oder anderen kostspieligen Materialen zu erlangen. Tatsächlich sind echte Amalgamallergien nach Aussage von Hautärzten mit jahrzehntelanger Berufserfahrung absolute Raritäten und kommen in der Praxis extrem selten vor.

Ein Patient, der auf absolute Verträglichkeit, geringe Schadstoffbelastung und besondere Langlebigkeit seiner Zahnfüllungen Wert legt, für den sind die bewährten Inlays (Gußfüllungen) aus Gold oder Titan nach wie vor die beste Wahl.

Doch bleiben wir einmal bei den "normalen", einfachen Zahnfüllungen:

Die entscheidenden Vorteile des Amalgams gegenüber Kunststofffüllungen:

Der erste, wesentliche Unterschied ist: die Empfindlichkeit des Kunststoffmaterials gegen Feuchtigkeit bei der Verarbeitung. Bei Amalgam ist es beim Einbauen nicht unbedingt erforderlich, daß das Füllmaterial in eine ganz trockene Zahnhöhle (Kavität) eingebracht wird. Die Anwesenheit von etwas Wasser oder sogar von Blut beim Einbauen der Füllung beeinträchtigt nicht die dauerhaften und guten Eigenschaften von Amalgamfüllungen. Durch das "Stopfen" des Amalgams, das beim Einbauen vom Zahnarzt durchgeführt werden muß um das Material an die Kavitätenwände anzudrücken, werden Blut und Wasser aus dem Material herausgepreßt. Man kann sogar während des Füllvorganges immer wieder Blutspuren mit Wasser von der Oberfläche des gerade eingefüllten Amalgams abspülen und dann mit dem Stopfen fortfahren, und auf diese Weise eine homogene und durch und durch saubere Füllung erzeugen. Der Aushärtevorgang des Amalgams wird durch Wasser in keiner Weise beeinträchtigt und es entsteht auch unter feuchten Verhältnissen eine fachlich einwandfreie, dauerhafte Zahnfüllung. - Amalgam hat zusätzlich auch die Eigenschaft der Expansion. Das bedeutet, daß die Amalgamfüllung in den Jahren nach dem Legen der Füllung langsam an Volumen zunimmt und dadurch selbsttätig kleine Spalten an der Grenze zum Zahnmaterial ausfüllt und abdichtet. Dadurch wird die Lebensdauer der einmal gemachten Füllung um viele Jahre verlängert.

Im Gegensatz dazu kann man Kunststofffüllungen nur in ganz trockenen und sauberen Kavitäten (Zahnhöhlen) fachgerecht und dauerhaft haltbar anfertigen. Der optimale Verbund zwischen Zahnhartsubstanz und Kunststofffüllmaterial wird bei Kunststofffüllungen mittels der Säureätztechnik hergestellt. Dazu wird die Zahnoberfläche mit Säure angeätzt und aufgerauht und mit einem dünnflüssigen Bonding (Kleber) in einem eigenen Arbeitsschritt fest versiegelt. Dann wird das Kunststofffüllmaterial in die Kavität eingebracht. Dieses Material verbindet sich nun chemisch einwandfrei mit der vorher angefertigten Bondingschicht der Zahnoberfläche und sorgt für einen dauerhaften und festen Verbund. Das ist die fachlich richtige Art Kunststofffüllmaterial zu verarbeiten. Auch kleine Spuren von Feuchtigkeit oder gar Blut bei diesem Arbeitsvorgang bewirken, daß die Verbindung zwischen Zahnsubstanz und Füllmaterial an den feuchten Stellen nicht zustande kommt. Damit ist das Arbeitsergebnis von Anfang an fehlerhaft und schlecht. Die negativen Folgen für die langfristige Haltbarkeit der hergestellten Füllung sind offensichtlich, weil Spalten zwischen Zahnsubstanz und Füllmaterial Eintrittspforten für Bakterien sind und damit der Karies (Zahnfäule) unter der Kunststofffüllung Tür und Tor geöffnet sind.

Dazu kommt noch eine unangenehme Eigenschaft von allen Kunststoffmaterialien: die Kontraktion, das heißt das Schrumpfen des Materiales bei der Aushärtung nach dem Einfüllen in das Zahnloch (die Kavität). Durch diese unvermeidliche Kontraktion beim Aushärten des Füllungskunststoffes entsteht leicht ein kleiner Spalt zwischen dem Zahn und der Füllung. Besonders ist das der Fall wenn man sich als Zahnarzt aus Zeitgründen das Anfertigen der Bondingschicht erspart. Jeder Mensch kann sich vorstellen was das bedeutet: durch diesen kleinen Spalt können Bakterien unter der neuen Zahnfüllung in den Zahn eindringen und neue Karies (Zahnfäule) erzeugen. Die Füllung muß dann so schnell wie möglich wieder erneuert werden, wenn man bleibende Schäden verhindern will. Bei Amalgam passiert das nicht. Amalgam hat ja die Materialeigenschaft zu expandieren, das heißt: sich auszudehnen. Durch diese Expansion verschießt Amalgam automatisch und selbsttätig sogar kleine Spalten, falls aus irgendeinem Grund einmal eine Spalte zwischen Zahn und Füllung entstehen sollte. Das ist auch der Grund, warum ich in meiner Praxis sehr häufig Zahnfüllungen aus Amalgam in Zähnen meiner Patienten finde, die ich selbst vor 20 und mehr Jahren gemacht habe. Das müssen die Kunststofffüllungen erst einmal nachmachen! - Man muß ja bedenken, daß viele Zahnlöcher so tief sind, daß sie bis unter den (feuchten, blutigen) Zahnfleischrand reichen. Es ist gar nicht so leicht diese tiefen Löcher, die oft auch an unzugänglichen Stellen und schwer zu sehen sind, wirklich exakt trocken zu halten bis die Zahnfüllung fertiggestellt ist. Auch halten ja nicht alle Patienten den Mund und die Zunge ruhig. Eine kleine, unbemerkte Zungenbewegung genügt schon, um etwas Speichel in das gesäuberte und getrocknete Zahnloch zu bringen, und der Mißerfolg ist vorprogrammiert. Speziell Kinder sind oft unruhig und ängstlich und machen mit unkontrollierten Bewegungen alle Bemühungen des Zahnarztes um eine saubere, haltbare Zahnfüllung zunichte. Soll man deshalb aber ihre Zähne verfaulen lassen? Noch dazu wo es ohnehin das Amalgam gibt, das auch in sabbernden Kindermündern haltbare Zahnfüllungen ermöglicht?

Alte Füllung

Alte Zahnfüllung
mit vorquellendem Rand

Der zweite entscheidende Vorteil von Amalgam ist eine etwas merkwürdige Eigenschaft: das Creeping. Diese Eigenschaft ist eine Folge der langsamen Volumenzunahme von Amalgamzahnfüllungen über die Jahre. Durch das Creeping quellen ("kriechen") die Amalgamfüllungen aus dem Zahn heraus. Dadurch werden automatisch und selbsttätig kleine Spalten an den Rändern der Füllungen verschlossen und die Füllung bleibt länger dicht und funktionstüchtig. Wenn man den hervorquellenden Rand dieser Füllungen als Zahnarzt wieder glatt poliert, dann ist der Zahn auch wieder leicht für den Patienten zu reinigen, und die alte Füllung kann durchaus für einige Jahre weiterhin verwendet werden. Im Gegensatz dazu leiden alle Kunststofffüllmaterialien an der Kontraktion (=Abnahme des Volumens) bei der Herstellung. Durch diese Kontraktion entstehen anfangs unbemerkbare, kleine Spalten zwischen Zahn und Zahnfüllung. Wenn der Patient mit seiner neuen Kunststofffüllung die Zahnarztpraxis verläßt, hat er unter Umständen schon den Spalt unter seiner neuen Zahnfüllung, der die Ursache für die nächste Karies ist. - Diesem Effekt kann der Zahnarzt durch besonders sorgfältige und aufwendige Arbeitstechnik entgegenwirken. Kontrollierbar ist der Erfolg aber nicht.

Die selbe Füllung
mit neu poliertem Rand

Polierte alte Füllung

Millionen von Zahnfüllungen werden jährlich für die Patienten angefertigt. Wenn man die aus einem Material macht, das sicher und zuverlässig aushärtet und selbsttätig kleine Spalten an den Rändern wieder repariert, so ist das für die Patienten sinnvoll und zweckmäßig. Wenn man für diese Füllungen ein Material verwendet, das empfindlich und problematisch bei der Verarbeitung ist, keine Fehler verzeiht und auch keinerlei Selbstreparatureffekt hat, so werden die Zähne bei vielen Patienten im Durchschnitt früher kaputt gehen, auch wenn sie schön weiß gefärbt sind. Statistisch gesehen sind bei einem fehleranfälligen Material in einem bestimmten Prozentsatz Fehler nicht zu vermeiden. Das soll der gepriesene Fortschritt sein? In meiner Praxis kann jeder Patient gerne entscheiden, welche Zahnfüllung er bekommen möchte. Kunststofffüllungen in den Seitenzähnen kosten bei uns allerdings mehr, denn die schlampige Arbeit, die in vielen Fällen von billiger Massenproduktion weißer Zahnfüllungen vorkommt, lehne ich für mich und meine Patienten ab.

Geldkoffer Wer die gesegneten Bräuche in unseren Demokratien kennt kann dunkel ahnen welche Schmiergeldzahlungen und Parteispenden (schwarze Geldkoffer) von mächtigen Industriekonzernen an maßgebliche Funktionäre geflossen sind um Amalgam als Zahnfüllmaterial in manchen Ländern praktisch abzuschaffen. Tatsächlich läßt sich ja ein gigantisches Geschäft damit machen, wenn sämtliche Zahnfüllungen aller Deutschen oder Schweden ersetzt werden können, weil sie aus einem anderen Material gefertigt werden. Die Firmen, die die Kunststoffzahnfüllmaterialien herstellen, sind gerade dabei sich auf Jahre hinaus finanziell zu sanieren. Natürlich machen auch viele Zahnärzte dabei mit, die sich gerne als besonders "biomäßig" profilieren möchten, oder die gerade nichts anderes zu tun haben. Und die Patienten fahren sowieso auf alles ab, was irgendwie nach alternativ, neu oder sonstwie "trendig" aussieht. Gesundheitspolitiker aber hoffen, daß sie ein paar Wählerstimmen ergattern indem sie dem Wählervolk weiße Zahnfüllungen bescheren. Der massive Schaden, der durch diese Entwicklung in den Mündern vieler Patienten angerichtet wird, ist vorläufig kein Thema. Dabei ist eines sonnenklar: jährlich werden hunderte Millionen von Zahnfüllungen angefertigt. Wenn man dafür neuerdings ein Material nimmt das zwar schön weiß ist dafür aber einige andere Nachteile hat die in vielen Einzelfällen die Haltbarkeit der neuen Füllung herabsetzen, so werden viele Zähne eben früher kaputt gehen als es mit Amalgamfüllungen der Fall war. So kommt es halt wenn sich die Politik in hochspezifische Sachfragen einmischt.

Und die Giftigkeit des Amalgams?

Im Jahr 2010 hat der englische Arzt Ben Goldacre ein faszinierendes Buch über die Methoden geschrieben, mit denen unseriöse Geschäftemacher auf dem Gebiet der Medizin, Homöopathie, Pharma- und Kosmetikindustrie ihr Geld verdienen, indem sie in Medien skandalisierende und unrichtige "Wissenschaftliche Berichte" veröffentlichen, die keiner seriösen Überprüfung Stand halten.

Auf Seite 382 berichtet er dabei über eine neue, groß angelegte Untersuchung, in der wieder einmal gezeigt wird, daß all die behaupteten schädlichen Wirkungen von Amalgam nicht existieren, weil sie nicht nachweisbar sind. Derartige Berichte haben keine Chancen groß in den Medien herausgestellt zu werden, weil niemand mit dieser Meldung Geld verdienen kann. Kein Journalist kann darüber einen Skandalbericht schreiben - und kein Zahnarzt kann damit rechtfertigen leichtgläubigen Patienten unnötige und schädliche Behandlungen wie Amalgamentfernungen und Schwermetallausleitungen aufzuschwatzen.

Die Wissenschaftslüge ISBN 978-3-596-1810-8

Fischer Taschenbuch
von Ben Goldacre

Auch bei den Zahnfüllungen ist es wieder einmal die EU, die den Industriekonzernen hilft ihre finanziellen Interessen gegen das Wohl der Bürger in Europa durchzusetzen. Derzeit erlaubt die EU gütigerweise noch, daß Zahnärzte Amalgam für ihre Patienten verwenden. Der Handel mit Amalgam ist den Dentalkonzernen aber zu wenig gewinnbringend - deshalb muß es weg. Silberpulver als Materialgrundlage ist ja recht teuer und bietet deshalb der Dentalindustrie nicht die Möglichkeit große Gewinne zu machen. Amalgam soll also vorläufig nicht ganz verboten werden, es soll aber nur mehr in Form von Kapselamalgam verkauft werden dürfen - wenn es nach der EU geht. Die Verpackung des Amalgams in winzigen Portionen in Kunststoffkapseln soll zwingende Vorschrift werden. Damit kann man immerhin schon wieder ein hübsches Zusatzgeschäft machen. In diesen Kapseln ist das Amalgampulver zusammen mit einer vorportionierten Menge von Quecksilber verpackt. Bei der Vorbereitung des Amalgams für den Einsatz als Zahnfüllmaterial muß man das Amalgam-Silberpulver mit Quecksilber vermengen und fest mischen. Normalerweise kann man als Zahnarzt das Verhältnis von Pulver zu Flüssigkeit mit seinem Mischgerät selbst festlegen und festere oder weichere Mischungen herstellen - je nach dem wie es die Behandlungssituation gerade erfordert. Bei dem Kapselamalgam ist das Mischungsverhältnis von der Industrie vorgegeben und nicht änderbar. Das Amalgam, das aus diesen teuren Mischkapseln nach dem Mischen herauskommt, ist aber sehr spröde und trocken und schlecht zu verarbeiten. Mit solchen Tricks arbeitet die Dentalindustrie daran den Zahnärzten die Verwendung von Amalgam endgültig zu verleiden und abzugewöhnen. Damit ist der Weg für die Geschäftemacher frei mit ihren teuren, patentierten Kunststoffprodukten - die aus billigem Erdöl günstig hergestellt werden - ihre Gewinne zu maximieren. So macht man aus Kohlenstoff Kohle! Daß die Zähne der Menschen in Europa damit früher kaputt werden kümmert die Konzerne nicht. Sehen Sie dazu auch meine Internetseite: "Wie der Hase läuft"

 

Was gibt es überhaupt für Möglichkeiten Löcher in Zähnen zu reparieren?

Als Konsument hat man beim Zahnarzt die Wahl zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Klassen von Zahnfüllungen: den einfachen Füllungen, die sofort in der Zahnarztpraxis fertiggestellt werden, und den Inlays, die vom Zahntechniker nach einem Abdruck des gesäuberten Zahnes angefertigt werden, und die einen zweiten Besuch beim Zahnarzt (zum Einbauen des Inlays) erfordern. Diese Inlays werden im Idealfall aus Gold oder Titan hergestellt. Die feinen, hochglanzpolierten Ränder dieser Metallfüllungen ergeben den exaktesten und glattesten Rand an der Grenze zum Zahn und damit die beste Langzeithaltbarkeit und Sauberkeit. Manchmal muß man aus kosmetischen Gründen (im Bereich der vorderen Zähne) aber auch Kompromisse machen und nimmt dann Keramik oder hochgepreßten Kunststoff als Material für das Inlay. - Die einfachen, sofort fertigen Füllungen stellen die große Masse der Zahnfüllungen dar; sie sind für den Patienten finanziell wenig aufwendig. Man bekommt sie, je nach Ausführung, zum Sozialtarif der Krankenkassen oder um einen Betrag, der 200 Euro selten übersteigt. Viel mehr Aufwand an Zeit und Geld erfordern die Inlays: der Preis kann das zehn- bis fünfzehnfache der Kosten einer einfachen Zahnfüllung ausmachen, und mindestens ein zweiter Besuch beim Zahnarzt ist notwendig, wenn man seine Zähne mit dieser besonders langlebigen Füllungsart für die späteren Lebensjahre erhalten will. Die Herstellung eines exakt sitzenden Inlays erfordert ja sowohl vom Zahnarzt als auch vom Zahntechniker mehrere Stunden Arbeitszeit.

Goldinlay

Goldinlays:
rundherum hochglanzpoliert
und dadurch leicht zu reinigen -
auch zwischen den Zähnen.
Das bürgt für gesundes Zahnfleisch.

Der mündige Bürger hat in seiner Eigenschaft als Konsument also durchaus die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten, wie er die weich und faulig gewordenen Teile seiner Zähne versorgen lassen will. Die Zeiten, wo man zum Zahnarzt ging, den Mund aufmachte, und ohne weiteres Fragen irgend etwas machen oder einbauen ließ, sind ja vorbei. - Das ist auch gut so. Es gibt inzwischen so viele verschiedene Behandlungsmethoden und Wiederherstellungsmöglichkeiten verlorener Zähne, daß jeder Mensch für sich persönlich entscheiden muß, ob er z.B. eine Urlaubsreise macht, ein größeres Auto kauft oder ob er sich lieber eine luxeriöse Zahnbehandlung leisten will, damit sein Selbstbewußtsein wieder hergestellt wird. Die Basis, für die wir alle sehr dankbar sein sollten, stellt nach wie vor die soziale Krankenversicherung dar. Durch diese soziale Krankenversicherung wird praktisch für jeden Menschen, der bei uns in Österreich lebt, der Grundbedarf an Zahnbehandlung bereitgestellt und garantiert. Niemand braucht aus finanziellen Gründen Zahnschmerzen zu haben und für jedermann wird bei Zahnverlust ein Zahnersatz bereitgestellt der ein gesundes Essen und normales Sprechen ermöglicht. Mehr kann man von einem Staat wirklich nicht erwarten! Daß es darüber hinaus heute ein vielfältiges Angebot an zusätzlichen Bequemlichkeiten und kosmetischen Verbesserungen für die Menschen gibt ist sehr erfreulich und begrüßenswert aber sicher nicht Gegenstand der sozialen Krankenversicherung.

Es wäre z.B. völlig sinnlos (auch wenn es finanziell machbar wäre), wenn die Krankenkasse Goldinlays für alle Bürger bezahlte. Ein Zahninlay ist nämlich nur für solche Menschen sinnvoll, die gewissenhaft und erfolgreich ihre Zähne täglich reinigen. Wenn man die Zähne nicht sauber hält, dann wird in jedem Fall die Zahnhartsubstanz kariös (braun, matschig weich und faulig stinkend), und es ist vollkommen egal ob sich neben den fauligen Stellen normale Amalgamfüllungen, Kunststoffüllungen oder exquisite Goldinlays befinden. Bekanntlich ist aber die Zahnpflege nicht gerade der Volkssport Nummer eins bei uns. Die aufwendigen Inlays würden bei vielen Leuten aus den fauligen Zähnen bald wieder herausfallen, weil durch die oft schlechte Mundpflege die Zahnfäule einfach andere, bisher gesunde Zahnteile erfaßte. Der ganze große Aufwand an Geld und konzentrierter Arbeitszeit wäre bei vielen Menschen reine Vergeudung, denn ohne liebevolle Pflege würden die Zähne trotzdem genau so schnell kaputt gehen wie mit gewöhnlichen Zahnfüllungen.

Es gilt hier der berühmte Spruch von der Kette die so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Wenn das schwächste Glied der Kette die schlechte Zahnpflege des Patienten ist, dann nützen auch noch so gute Füllungen nichts. - Jede normale Zahnfüllung hat eine gewisse Lebensdauer. Durch den Gebrauch und die Abnützung (thermisch, chemisch, mechanisch) werden früher oder später die Ränder brüchig und die Füllung undicht. Durch diese undichten Stellen wandern Bakterien ins Zahninnere und bewirken jene Fäulnis (Karies) die unbehandelt den Zahn kaputt werden läßt. Der Hauptsinn der regelmäßigen, halbjährlichen Zahnarztbesuche ist es ja kleine Schäden und Hohlräume in den Zähnen so frühzeitig zu erkennen, daß nicht viel Zahnsubstanz beim Reparieren der Löcher weggebohrt werden muß. Je öfter und tiefer man einen Zahn aufbohren muß weil die Füllung kaputt ist, um so früher wird er zerstört sein. Deshalb kann man mit Zahnfüllungen wie den Goldinlays, die im Normalfall Jahrzehnte lang halten, die Zähne viel länger erhalten. gebr.Kette

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